Auf einen Blick
- Jeder Behälter darf höchstens 100 ml fassen, gemessen an der Angabe auf dem Gefäß.
- Alle Behälter kommen in einen durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel bis 1 Liter.
- Ausnahmen gelten für Medikamente, Babynahrung und versiegelte Duty-Free-Waren.
- Auf neue Scanner sollten Sie sich nicht verlassen, solange der Flughafen nichts bestätigt.
Die Grundregel für Flüssigkeiten im Handgepäck
- Behälter: höchstens 100 ml Fassungsvermögen. Entscheidend ist die Angabe auf dem Gefäß, auch eine halb leere große Flasche fällt durch.
- Beutel: transparent, wiederverschließbar, höchstens 1 Liter Volumen.
- Anzahl: In der Praxis ist ein Beutel je Person üblich.
- Kontrolle: Nehmen Sie den Beutel an der Sicherheitskontrolle aus dem Gepäck und legen Sie ihn getrennt vor.
Alles andere gehört ins aufgegebene Gepäck. Der Flughafen Frankfurt weist darauf hin, dass Flüssigkeiten in Ausnahmefällen für die Kontrolle geöffnet werden können.
Was als Flüssigkeit zählt
Die Regel greift weiter, als der Name vermuten lässt. Die EU nennt ausdrücklich Getränke, Zahnpasta, Cremes und Gels, der Flughafen Frankfurt spricht von Flüssigkeiten, Aerosolen und Gelen. In die Praxis übersetzt heißt das: Auch Sprays, Haarwachs, Lippenpflege in flüssiger Form und Mascara gehören in den Beutel. Festes wie Seifenstücke, feste Shampoos oder Puder fällt nicht darunter und spart oft Platz.
Welche Ausnahmen gelten
| Was | Regel |
|---|---|
| Medikamente | Mengenbeschränkung gilt nicht, an der Kontrolle vorzeigen |
| Babynahrung und Spezialnahrung | Mengenbeschränkung gilt nicht, an der Kontrolle vorzeigen |
| Duty-Free-Waren | erlaubt im versiegelten Sicherheitsbeutel mit rotem Rand und Kassenzettel |
Halten Sie für Medikamente nach Möglichkeit ein Rezept oder ärztliches Attest bereit, und nehmen Sie nur den Bedarf für die Reise mit. Der Sicherheitsbeutel eines Duty-Free-Einkaufs darf vor dem Ziel nicht geöffnet werden, was besonders beim Umsteigen wichtig ist. Auf Umsteigeflügen außerhalb der EU können zudem strengere Vorgaben gelten.
Schnell nachgeschaut: Was muss in den Beutel?
| Gegenstand | In den Beutel? | Hinweis |
|---|---|---|
| Wasser, Saft, Softdrinks | Ja, bis 100 ml | Volle Flaschen erst nach der Kontrolle kaufen |
| Zahnpasta und Mundspülung | Ja | Reisegröße wählen |
| Deo als Spray oder Roller | Ja | Deo als fester Stift zählt in der Regel nicht |
| Sonnencreme | Ja | Große Tube ins aufgegebene Gepäck |
| Kontaktlinsen-Flüssigkeit | Ja | Medizinisch nötige Mengen vorzeigen |
| Parfüm | Ja | Auch teure Flakons über 100 ml nicht erlaubt |
| Marmelade, Honig, Dips | Ja | Zählen als Gel oder Paste, mehr im Beitrag Essen im Flugzeug |
| Feste Seife, festes Shampoo | Nein | Praktische Alternative |
Im Zweifel gilt eine einfache Frage: Lässt sich der Inhalt streichen, gießen oder sprühen? Dann behandelt ihn die Kontrolle meist wie eine Flüssigkeit. Das letzte Wort hat das Personal vor Ort. Stecken Sie Grenzfälle also lieber in den Beutel oder in den aufgegebenen Koffer.
Gilt die Regel bei Ryanair und Lufthansa anders?
Nein. Die Regeln für Flüssigkeiten sind Sicherheitsvorschriften am Flughafen und hängen nicht von der Fluggesellschaft ab. Ob Sie mit Ryanair, Lufthansa oder einem anderen Anbieter fliegen, ändert daran nichts. Unterschiede gibt es bei Größe und Gewicht des Handgepäcks, und die legt jede Gesellschaft selbst fest. Suchen Sie dazu direkt auf deren Seite nach, weil sich die Tarife häufig ändern.
Fällt die 100-ml-Regel weg?
Nicht überall. Neue Computertomografie-Scanner können Flüssigkeiten im Gepäck besser erkennen und erlauben dort, wo sie zugelassen sind und betrieben werden, Behälter bis zu zwei Litern. Einheitlich ist das nicht, denn ausgerüstet sind bislang nur einzelne Flughäfen und oft nur einzelne Kontrollspuren. Gerade auf dem Rückflug können Sie sonst an einem Flughafen stehen, an dem weiter die strenge Regel gilt.
Packen Sie deshalb so, als gelte überall die 100-ml-Regel, solange Ihnen Abflug- und Rückflughafen nichts anderes bestätigt haben. Fragen Sie im Zweifel direkt beim Flughafen nach.
So packen Sie richtig
- Füllen Sie Kosmetik in kleine Reiseflaschen um.
- Bereiten Sie den Beutel zu Hause vor und legen Sie ihn griffbereit oben ins Gepäck.
- Nehmen Sie eine leere Trinkflasche mit und füllen Sie sie hinter der Kontrolle auf.
- Geben Sie größere Mengen in den Koffer, dicht verschlossen und in einer Tüte.
Weitere Anregungen stehen bei den Reisetrends und in der Rubrik Reisen.
Tipp der Redaktion: Das Merkblatt Fliegen mit Flüssigkeiten vom Flughafen Frankfurt fasst die Regeln auf einer Seite zusammen. Für den Stand in der EU hilft die Seite Ihr Europa.
Was an der Kontrolle tatsächlich passiert
- Vorbereiten: Halten Sie den Beutel griffbereit oben im Gepäck, nicht ganz unten im Koffer.
- Herausnehmen: Legen Sie ihn getrennt in die Wanne, zusammen mit Medikamenten und Babynahrung, die Sie vorzeigen.
- Scannen: Das Personal schaut sich die Bilder an und entscheidet, ob eine Sichtkontrolle nötig ist.
- Nachkontrolle: In Ausnahmefällen werden Behälter geöffnet oder getestet.
- Weiter: Packen Sie alles wieder ein, bevor Sie zum Gate gehen.
Hat ein Behälter das falsche Format, müssen Sie ihn meist abgeben. Manche Flughäfen bieten an, Gegenstände zu verschicken oder aufzubewahren, darauf sollten Sie aber nicht bauen. Trinken Sie eine Wasserflasche lieber vorher aus, und bringen Sie eine leere mit. Hinter der Kontrolle lässt sie sich oft an einem Wasserspender füllen.
Umsteigen, Rückflug und Duty-Free
Bei Umsteigeverbindungen gibt es womöglich eine zweite Kontrolle. Das ist die häufigste Falle: Was am ersten Flughafen erlaubt war, kann am zweiten Probleme bereiten. Duty-Free-Einkäufe bleiben deshalb bis zum Ziel im versiegelten Beutel samt Beleg. Öffnen Sie ihn auch nicht während des Flugs, sonst gilt der Inhalt bei der nächsten Kontrolle wie eine normale Flüssigkeit.
Prüfen Sie außerdem den Rückflug. Ein Flughafen mit neuen Scannern hebt die Regeln nur für seine eigenen Kontrollspuren auf. Wer mit einer großen Flasche hinfliegt, steht auf der Rückreise womöglich vor einem Problem. Am sichersten ist es, die Packliste für beide Richtungen nach der strengen Regel auszurichten. Verschließen Sie die Behälter gut und packen Sie Empfindliches in eine eigene Tüte, denn der Druck in der Kabine kann manche Tube oder Flasche auslaufen lassen.
Fünf Dinge, die den Beutel leerer machen
Vieles gibt es inzwischen in fester Form: Seife, Shampoo, Zahnpflege-Tabletten und Deo-Stifte brauchen keinen Platz im Beutel. Auch kleine Tuben aus der Drogerie lohnen sich, weil sie nach einem Urlaub wieder befüllt werden können. Wer im Hotel wohnt, schaut vorab nach, was dort bereitsteht. Teure Pflegeprodukte kaufen Sie im Zweifel am Reiseziel. Und was Sie selten brauchen, bleibt zu Hause: Oft kommt der Beutel unbenutzt zurück.
Medikamente und Babynahrung: So klappt es an der Kontrolle
Für notwendige Medikamente und Babynahrung gilt die Mengengrenze nicht, sie sollten aber vorgezeigt werden. Stecken Sie Rezepte und Attest griffbereit in die gleiche Tasche, und bewahren Sie die Medikamente nach Möglichkeit in der Originalverpackung auf. Das Personal darf nachfragen, wofür Sie etwas brauchen, und verlangt mitunter, die Babynahrung kurz zu öffnen oder zu probieren. Rechnen Sie dabei mit etwas mehr Zeit. Spritzen und Insulin gehören ins Handgepäck, damit sie im Frachtraum nicht zu kalt werden. Ein ärztliches Schreiben auf Englisch hilft besonders bei Reisen außerhalb Europas.
Auch Kontaktlinsenmittel, Augentropfen oder Spezialnahrung bei Unverträglichkeiten sollten Sie ansprechen. Sagen Sie frühzeitig Bescheid und packen Sie diese Dinge nicht tief in den Koffer. Prüfen Sie zudem die Regeln im Zielland, denn dort können bestimmte Wirkstoffe strenger geregelt sein. Die Vertretung des Reiselands gibt dazu Auskunft.
Was im aufgegebenen Koffer erlaubt ist
Im Koffer dürfen größere Mengen mit, also auch die große Sonnencreme oder die Flasche Wein. Die Sicherheitsvorschriften setzen dort andere Grenzen, etwa bei hochprozentigem Alkohol oder bei Gefahrgut. Fragen Sie bei Ihrer Fluggesellschaft nach, wenn Sie etwas Besonderes transportieren wollen. Packen Sie Flaschen in Plastiktüten und zwischen weiche Kleidung, denn die Koffer werden nicht sanft behandelt. Gerade auf kurzen Reisen ohne aufgegebenes Gepäck ist es praktischer, vor Ort zu kaufen. Das spart Gewicht und erspart die Frage, was durch die Kontrolle darf.
Warum es die Regel überhaupt gibt
Die Beschränkung geht auf das Jahr 2006 zurück. Damals flog in Großbritannien ein Plan auf, Passagierflugzeuge mit flüssigem Sprengstoff anzugreifen. Seitdem gelten in Europa die strengen Grenzen, weil herkömmliche Scanner den Inhalt einer Flasche nicht zuverlässig erkennen. Die neuen Geräte mit Computertomografie können das besser, und genau deshalb lockern erste Flughäfen die Regeln. Bis das überall der Fall ist, dürfte einige Zeit vergehen. Wer viel fliegt, tut gut daran, die Packroutine beizubehalten und einen festen Reisebeutel griffbereit zu halten.
Häufige Fragen
Darf ich eine volle Wasserflasche mitnehmen?
Durch die Kontrolle in der Regel nicht, wenn sie mehr als 100 ml fasst. Nehmen Sie die Flasche leer mit oder kaufen Sie Getränke hinter der Kontrolle.
Zählt Zahnpasta als Flüssigkeit?
Ja, die EU nennt Zahnpasta ausdrücklich. Die Tube darf deshalb höchstens 100 ml fassen und gehört in den Beutel.
Woher bekomme ich den Beutel?
Geeignet ist jeder durchsichtige, wiederverschließbare Beutel mit maximal 1 Liter, etwa ein Gefrierbeutel. An vielen Flughäfen gibt es solche Beutel auch vor der Kontrolle.
Darf ich eine leere Trinkflasche mitnehmen?
Ja, eine leere Flasche ist keine Flüssigkeit und darf durch die Kontrolle. Füllen Sie sie danach wieder auf, sofern es einen Wasserspender gibt.
Zählt Lippenstift als Flüssigkeit?
Ein fester Lippenstift zählt in der Regel nicht dazu. Lipgloss und flüssige Produkte gehören dagegen in den Beutel, im Zweifel entscheidet das Personal an der Kontrolle.
Quellen
Die wichtigsten Quellen dieses Beitrags. Stand: November 2026.



